Die Enterprise umkreist in der Region Delta Omicron einen Planeten, um der Mannschaff Landeurlaub zu gewähren. Die Sensoren haben auf dieser Welt nur Pflanzenleben gemeldet. Eine Landegruppe nimmt die Schlußinspektion vor. Dabei sieht McCoy etwas äußerst Ungewöhnliches: Ein großes weißes Kaninchen taucht auf, zieht eine goldene Taschenuhr hervor, ruft aus, daß es sich verspätet habe und rennt fort. McCoy ist natürlich klar, daß die Szene aus Alice im Wunderland stammt, aber er findet keine Erklärung dafür. Er meldet den Vorfall Kirk, der sofort auf den Planeten beamt. Bald darauf kommt es zu weiteren Ungereimtheiten: Sulu findet einen uralten Polizeirevolver. Bootsmann Barrows wird von Don Juan attackiert. Dann kommt es zur Tragödie: Ein Ritter hoch zu Roß stößt McCoy eine Lanze durchs Herz.
Nachdem Spock sich zur Landegruppe gesellt hat, formuliert er eine Theorie. Anscheinend bringt auf diesem Planeten der Gedanke an einen Gegenstand oder einen Menschen selbige zur Existenz. Dann taucht der ›Verwalter‹ auf, der erklärt, die Welt sei der Vergnügungsplanet einer anderen Rasse. Ihm sei eben erst bewußt geworden, daß die Besucher keine Ahnung davon haben. Nachdem er ihnen den wiederhergestellten und erholten McCoy präsentiert, lädt er sie zum Bleiben ein, damit sie sich vergnügen.
Landurlaub ist eine vergnügliche Episode, in der es ausnahmsweise nicht einmal den Ansatz eines ernsthaften Themas gibt (es sei denn man möchte in Kirks Vergangenheitsbewältigung irgend etwas hinein interpretieren). Die ganze Folge konzentriert sich ganz auf die Bereiche Action, Humor und Spannung. So etwas möchte man natürlich nicht jede Woche sehen, aber ab und zu tut eine solch entspannte Folge einer Serie auch ganz gut.
Selbst, als auf dem Planeten die merkwürdigsten Dinge geschehen, hat der Zuschauer eigentlich nie den Eindruck, als würde die Crew in großer Gefahr schweben. Als McCoy dann stirbt ist eigentlich dem Zuschauer, im Gegensatz zur Enterprise-Crew, klar, daß das ganze nur eine Illusion sein kann. Der einzige Schwachpunkt, den die Folge hat, ist die etwas langsam kapierende Enterprise-Crew. Eigentlich hätte man schon viel früher darauf kommen müssen, wieso die Illusionen erscheinen. Allerdings kann man über diesen Schwachpunkt, bei der guten Laune, gerne hinwegsehen.
Charakterseitig tut sich in der Folge nicht sonderlich viel. Es taucht zum ersten mal in der Serie eine alte Jugendliebe von Kirk auf, von denen er, zu späteren Zeiten der Serie, fast verfolgt wird. Interessant ist, daß dieses mal auch McCoy eine Romanze mit Tonia Barrows zugestanden wird. Von Sulu erfahren wir, daß er neben seinem Botanikhobby und seiner Vorliebe für Fechtkunst, anscheinend auch ein Waffenliebhaber ist.
In dieser Folge stellt sich am Ende der Folge zum ersten Mal heraus, daß alle durchlebten Schrecken und Freuden nur eine Illusion waren. Dies ist ein unter den Autoren beliebtes Schema, das wir in allen Star Trek-Serien das eine oder andere Mal wiedersehen werden. Es ist auch die erste Star Trek-Folge, in der der Landurlaub als Ausgangsposition für die eigentliche Handlung benutzt wird.
Seltsam ist der Vergnügungspark, den ein fremdes Volk auf diesem Planeten eingerichtet hat. Fraglich ist, warum sie diesen erschaffen hat und vor allem für wen? Schließlich kommt nicht jeden Tag ein Raumschiff mit einer Besatzung, die Landurlaub nötig hat, vorbei.
Die Folge ermöglichte einen der wenigen Außendrehs für die Serie. Daß für die Oberfläche des Planeten ausnahmsweise nicht die üblichen Papp-Kulissen verwendet wurden kommt der Folge sehr zu gute, allerdings wäre der Einsatz von Kulissen bei diesen vielen Szenen, die in freier Natur spielen, auch nicht möglich gewesen. Gedreht wurde das ganze auf der Paramount-Ranch sowie bei den Vasquez-Felsen, die noch öfters Verwendung finden sollten.
Bruce Mars, der hier Finnegan spielt, spielt auch einen Polizisten in "Ein Planet, genannt Erde".
Barbara Baldavin sahen wir bereits in der letzten Folge. Dort spielte sie Angela Martine. Wir werden sie noch einmal als Baker in "Der schlafende Tiger" wiedersehen.
Fähnrich Angela Martine hat sich offenbar schnell erholt. In der vorherigen Episode ("Spock unter Verdacht") hat sie ihren Verlobten verloren. Diesmal schäkert sie mit einem Mann namens Rodriguez. (In der Reihenfolge der Produktion liegen zwischen "Spock unter Verdacht" und dem aktuellen Ereignis zwar sieben Folgen, was Martine die Chance einräumt, ihren Verlust zu überwinden, doch bei der Sendung hat man darauf keine Rücksicht genommen.)
Es stellt sich die Frage, welcher Akteur wohl an Insekten gedacht hat: Angeblich soll auf dem Planeten nur Pflanzenleben existieren. Laut Handlungsführung kommt dazu noch das, woran die Leute denken. Da Insekten in drei verschiedenen Szenen auftauchen, muß doch jemand an sie gedacht haben. Erstmals tauchen sie auf, als Kirk an Ruth denkt. Kurz nachdem er die anderen auffordert, sich am See zu treffen, zeigt eine Aufnahme Ruths vorbeifliegende Insekten. Dann, als McCoy Barrows ermuntert, das Prinzeßchenkleid anzuziehen, flattert ein weißer Schmetterling durchs Bild. Und als Sulu dann vor einem Samuraikrieger flieht, fragt Kirk ihn, ob er sonst noch jemanden von der Landegruppe gesehen hat. Man schaue genau hin: Ein Insekt fegt heran, und Kirk weicht ihm sogar aus. (Es ist zwar klar, daß diese Szenen im Freien gedreht wurden und Insekten deshalb unvermeidlich waren, aber interessant es ist trotzdem.)
Und jetzt ein dicker Patzer: Als Spock materialisiert, sagt Sulu: ›Jemand beamt von der Brücke herunter.‹ Besatzungsmitglieder beamen vom Schiff herunter. Sie beamen auch aus dem Transporterraum herunter. Aber sie beamen nicht von der Brücke.
Nachdem es Spock nur mühsam gelungen ist, auf den Planeten zu beamen, macht sich natürlich auch niemand die Mühe, die Möglichkeit zu erwähnen, eine Fähre könne die ›Gestrandeten‹ abholen.
Kirk und Spock wirken wirklich ängstlich, als ein Tiger in ihrer nächsten Umgebung auftaucht. Worüber sorgen sie sich? Wenn man genau hinschaut, sieht man doch, daß das arme Tier angekettet ist.
Weiß Sulu nicht, wie man einen Tricorder bedient? Als Kirk den Ritter erschossen hat, der McCoy aufspießt, merkt Sulu an, er sähe wie eine Schaufensterpuppe aus. Außerdem meldet er Kirk, der Tricorder funktioniere noch. Daraufhin schreit Kirk nach Spock. Der Erste Offizier läuft um den ganzen See herum, nimmt Sulu den Tricorder ab und macht eine Messung. Traut Kirk seinem Steuermann nicht zu, dies selbst zu tun?
Der Verwalter scheint irgendwelche Vorbehalte gegen Spock zu haben. Er spricht jedermann mit seinem Dienstgrad an, doch ihn nennt er nur ›Mr. Spock‹.
Geräte und Ausrüstung:
Sulu findet einen wirklich interessanten Polizeirevolver - mit sieben Kugeln! Sulu verschießt vier bei seinen Zielübungen, und Kirk ballert weitere drei auf den Ritter.
Probleme mit Kontinuität und Produktion:
Die von dem Kaninchen erzeugten Fußabdrücke liegen deutlich nebeneinander. Die Fußabdrücke echter Kaninchen wirken jedoch schleifend. Das Kaninchen kann diese Abdrücke nicht erzeugt haben.
Als Kirk seiner alten Freundin Ruth begegnet, setzen die Produzenten Hintergrundmusik ein, zu der auch eine Flöte gehört. Die Instrumentierung plätschert dahin und trägt nett zur Unterstützung der Szene bei - bis auf das Cello. Erstens ist es verstimmt. Zweitens klingen die Töne, als stammten sie aus einem anderen Stück! Grauenhaft. Als Kirk zum ersten Mal ›Ruth‹ sagt, achte man auf das Cello: Es klingt, als spiele der Musiker einfach irgendeine Note.
Der Anfang der Episode enthält eine Aufnahme, die in der Folge selbst nie verwendet wird: Es ist eine Großaufnahme von Barrows' linker Seite, als sie sich an einen Baum lehnt. Sie trägt schon das Prinzeßchenkleid. Eine Hand reicht um den Baum herum, um ihr Gelenk zu ergreifen.
Sämtliche Dialoge sprechen von einem einzelnen Flugzeug, und die meisten Aufnahmen zeigen auch nur eins. Trotzdem sind für einen kurzen Augenblick plötzlich zwei am Himmel zu sehen.
Nach dem Verschwinden von McCoys Leiche gehen Kirk und Spock dorthin zurück, wo sie gelegen hat. Dabei verursachen sie eigenartige Geräusche - als gingen sie über Sperrholzplatten.
Die Uniformen der Raumflotte haben einige komische Eigenheiten: In einer Szene rauft sich Kirk mit der Nervensäge Finnegan, den er von der Akademie her kennt. Sein Hemd hält sich ganz gut, doch dann tritt Finnegan ihm in den Unterleib, und er fällt auf den Rücken. Noch ist sein Hemd ganz, aber als die Szene zu einer Großaufnahme wechselt, ist es an der rechten Schulter eingerissen. Als Don Juan hinter Bootsmann Barrows herhechelt, wird ihre Jacke an der rechten Schulter eingerissen. Doch am Ende der Episode, als sie den Minirock wieder anzieht, ist alles repariert.
Wer beim Erscheinen des Verwalters auf den Baumstumpf in der Bildmitte achtet, sieht, daß der Schatten eines Mikroauslegers über ihn fällt.
Die Attrappe des scharzen Ritters zuckt mit der Nase.