In den Tiefen der Galaxis stößt die Enterprise auf einen Planeten, der genau wie die Erde aussieht. Kirk, Spock, McCoy, Rand und zwei Mann von der Schiffswache beamen auf ihn hinab und stoßen auf eine verfallene und anscheinend verlassene Stadt. Als McCoy ein kaputtes Dreirad untersucht, wird er von einer humanoiden Bestie angefallen, die behauptet, daß Dreirad gehöre ihr, und dann stirbt. Später stößt man auf ein Mädchen namens Miri. Miri berichtet von bösen ›Grups‹, die schlimme Dinge tun, krank werden und sterben. Rand kommt darauf, daß sie ›Grown-ups‹, Heranwachsende, meint. Bald findet man heraus, daß die Bewohner der Stadt Kinder sind. Noch eine weitere verwirrende Entdeckung wird gemacht: Die Krankheit, die alle Erwachsenen hat sterben lassen, erzeugt nicht nur Deformationen und Irrsinn, sondern hat nun auch die Landegruppe im Griff. Man erfährt, daß die planetaren Wissenschaftler 300 Jahre zuvor versucht haben, das Altern aufzuhalten. Es hat funktioniert - aber nur für die Kinder, und nur so lange, bis sie die Pubertät erreichen.
Spock und McCoy nehmen in einem Labor auf dem Planeten Forschungen auf und brauen schließlich ein Heilmittel. Leider stehlen die argwöhnischen Kinder ihre Kommunikatoren, so daß man die genaue Dosierung ohne Hilfe des Schiffscomputers nicht ermitteln kann. In dem Wissen, daß er ohnehin sterben muß, macht McCoy einen Selbstversuch. Kurz darauf genest er, und die Krise ist vorbei.
Dies ist die erste von mehreren Episoden, in denen Planeten eine Rolle spielen, die sich wie die Erde entwickelt haben. Sogar die Kontinente sind angeordnet, wie auf der Erde, was doch recht unwahrscheinlich scheint. Wie groß wird wohl die Wahrscheinlichkeit sein, auf eine dermaßen exakte Kopie der Erde zu treffen? Natürlich erfüllten sie für Gene Roddenberry eine sehr wichtige Aufgabe: Sie erfreuten die Buchhaltung, denn die Kulissen und Kostüme vieler Epochen der amerikanischen vnd europäischen Geschichte lagen bereits im Fundus. Ihr erneuter Einsatz sparte Geld. Wenn man die ganze Parallelerden-Angelegenheit überdenkt, muß man Captain Kirk zustimmen, der gesagt hat: ›Es scheint unmöglich, aber es ist so.‹
"Miri" beinhaltet wieder einmal ein klassisches Science Fiction-Thema. Bereits in der letzten Folge wollte ein Wissenschaftler das ewige Leben erreichen und zwar indem er Androiden erschafft, die eine genaue Kopie der Menschen darstellen und diese ersetzen sollen. Hier taucht nun schon wieder das ewige, beziehungsweise ein langes Leben auf. Vor 300 Jahren hat ein Wissenschaftlerteam auf dem Planeten versucht eine Verlängerung des Lebens zu erreichen und zwar mit Hilfe eines Virus, der das Leben verlängern sollte. Wie so oft in solchen Science Fiction Storys geht das Experiment schief und statt eines langsameren Alterungsprozesses, altern alle Menschen unheimlich schnell. Dies ist die Ausgangsposition der Handlung.
Die Handlung an sich ist eine typische Countdown-Folge, mit der obligatorischen Rettung in letzter Minute. Die Story selbst bietet ansonsten kein sonderlich ernsthaftes Thema.
Ansonsten bietet die Folge wenig interessantes. Neue Einblicke in die Charaktere sind Mangelware. Das Triumvirat Kirk-Spock-McCoy, das hier zum ersten Mal ganz deutlich in den Mittelpunkt rückt, macht einen soliden Eindruck, mehr aber auch nicht. Einzig Janices größter Auftritt in der Serie, ist einigermaßen interessant. Sie darf hier zum ersten und letzten Mal an einer Außenmission teilnehmen. Erneut wird die Zuneigung zwischen Kirk und Rand angedeutet. Bevor sich diese jedoch weiterentwickeln konnte, wurde Rand-Darstellerin Grace Lee Whitney von Roddenberry gefeuert. Nach der Produktionsreihenfolge ist dies hier bereits ihre vorletzte Folge. In "Kodos, der Henker" hat sie nur noch eine kurze, wortlose Szene.
Die The Next Generation-Folge "Die jungen Greise" weist Ähnlichkeit mit dieser Folge auf. Es experimentieren ebenfalls Wissenschaftler mit einem Virus, welches Unsterblichkeit ermöglichen soll. Das Experiment geht ebenfalls schief.
Übrigens sind unter den Kindern auf dem Planeten, auch die von Kinder von William Shatner, Grace Lee Whitney, Gene Roddenberry und dem Regisseur Vincent McEveety vertreten.
Die Tochter von William Shatner, Melanie Shatner, die hier eines der Mädchen spielt, wird in Star Trek noch einen weiteren Auftritt haben. Sie spielt in "Star Trek V: Am Rande des Universums" eine Yeoman.
Mit Ed McCready, der hier die Kreatur spielt, die McCoy anfällt, wird es noch des öfteren ein Wiedersehen geben. In der Folge "Der Zentral-Nervensystem-Manipulator" spielt er einen Insassen der Gefängniskolonie. Ebenfalls auftauchen wird er in "Schablonen der Gewalt" (als SS-Soldat), in "Das Jahr des roten Vogels" (als Dr. Carter) und in "Wildwest im Weltraum" (als Barbier).
Zwei Tage nach dem Diebstahl der Kommunikatoren durch die Kinder können Kirk und die anderen noch immer keine Verbindung mit dem Schiff aufnehmen. Sicher, Kirk hat dem Rest der Mannschaft befohlen, an Bord zu bleiben, aber ist es nicht eigenartig, daß auf der Enterprise niemand auf die Idee kommt, er könnte Kommunikationsprobleme haben, und ihm ein paar intakte Geräte hinunterbeamt? Daß Kirk und die anderen noch leben, ist bekannt: Man kann sie mit den Infrarotsensoren aufspüren. (Jaja, die Folge wäre sehr kurz geworden, wenn sie mit dem Schiff reden könnten.)
Was passiert eigentlich mit den Kommunikatoren des Wachpersonals? Als die Kinder mit den Kommunikatoren der restlichen Landegruppe davonschleichen, sind die Wachen auf Patrouille. Müßten sie ihre eigenen Kommunikatoren nicht mitnehmen - für den Fall, daß sie Kirk kontaktieren müssen?
Kurz nachdem McCoy sich zum Versuchskaninchen gemacht hat und die Besinnung verliert, sagt Spock, er werde den medizinischen Geist nie verstehen. Vermutlich versteht er McCoy nur allzu gut: Der Vulkanier weiß, daß man ein Versuchskaninchen braucht, um das Serum zu testen. Er füllt die Spritze, dann entschuldigt er sich, er müsse nachsehen, wie Kirk mit den Kindem vorankommt. Spocks Abgang läßt die Spritze vor McCoys und aller Augen ganz allein. Wie aufs Stichwort nimmt McCoy sie an sich und gibt sich eine Injektion.
Am Ende der Episode sagt Kirk zu Spock: ›Volle Kraft voraus, Warp 1.‹ Warum sagt er es nicht zum Navigator, der doch direkt vor ihm sitzt? Sprechen die beiden nicht mehr miteinander?
Logik und Voraussetzungen:
Von Spock erfährt man, daß die Kinder in 100 Jahren etwa um 5 Jahre älter werden. Das kann aber offenbar nicht ganz stimmen, denn seit der Katastrophe vor 300 Jahren wurden wohl keine Kinder mehr gebohren, da es seitdem keine Erwachsenen mehr gibt. Somit hätten alle Kinder mindesten 15 Jahre alt sein müssen, allerdings sind einige Kinder deutlich jünger.
Geräte und Ausrüstung:
Einmal sagt Spock zu McCoy, ihr Gebräu könne auch ein ›Becher des Todes‹ sein. Allerdings blickt er dabei auf eine Flasche statt auf einen Becher, und das sollte ein Vulkanier, der auch noch Wissenschaftler ist, eigentlich wissen.
Probleme mit Kontinuität und Produktion:
In dieser Episode hat die Tontechnik zweimal vergessen, das Zirpen von Kommunikatoren einzublenden, als sie geöffnet werden - einmal bei Kirk, einmal bei Spock.
Gegen Ende dieser Folge entführen die Kinder Bootsmann Rand und fesseln sie an einen Stuhl. Bei sämtlichen Totalen ist das Seil um ihre Taille und unterhalb ihrer Ellbogen um sie ge wickelt. Bei den Großaufnahmen verläuft es oberhalb der Ellbogen.