Kirk, Spock und McCoy verhandeln auf Capella IV um die Abbaurechte eines seltenen Elements. Die Einheimischen sind wilde Krieger, die starren Ritualen huldigen. Wer einen Fauxpas begeht, muß um sein Leben fürchten. Um die Sache noch schlimmer zu machen, verhandelt auch der Klingone Kras mit den Capellanern. Dann inszeniert der Capellaner Maab einen Putsch und übernimmt die Herrschaft. Laut Tradition muß die Gattin des alten Anführers sterben. Da Kirk nicht bereit ist, diesem Treiben zuzusehen, rettet er Eleen in letzter Sekunde. Diese Tat verärgert die Capellaner, die Eleen und die Offiziere in eine Hütte sperren. Glücklicherweise gelingt dem Quartett die Flucht in die Berge. Dort angekommen, bringt McCoy Eleens Kind zur Welt.
Da Eleen die Traditionen ihres Volkes nicht verletzen will, liefert sie sich bald darauf Maab aus. Sie behauptet, ihr Kind sei tot, und sie habe die Erdenmänner getötet. Da Kras einen Beweis dafür sehen will, zieht er eine Waffe und verlangt, Maab solle ihre Geschichte überprüfen. Nachdem der neue Führer die Lage beurteilt hat, verschont er Eleens Leben. Dann opfert er sich selbst, damit sein Stamm den ehrlosen Klingonen töten kann. Im Zuge der Nachfolge wird das Kind zum neuen Anführer der Capellaner, und Eleen die Regentin. Sie bringt die Verhandlungen zu einem raschen Ende und überläßt der Föderation die Abbaurechte.
"Im Namen des jungen Tiru" ist eine ziemlich durchschnittliche Folge. Die ganze Geschichte macht einen ziemlich unspektakulären Eindruck.
Außerdem scheint die ganze Folge eine Aneinanderreihung von Elementen zu sein, die man bereits aus anderen Folgen kennt. Zum Beispiel bricht Kirk einmal mehr die Hauptdirektive und mischt sich, wenn hier auch eher unfreiwillig, in die Politik des Planeten ein. Das Triumvirat Kirk, Spock, und McCoy wird einmal mehr auf einem fremden Planeten gefangen genommen. Einmal mehr können sie entkommen und retten nebenher einer schönen Frau das Leben. Auch ein Rothemd muß mal wieder dran glauben, um die Gefährlichkeit der Mission zu verdeutlichen. Der junge unerfahrene Offizier senkt somit die Lebenserwartung der Rothemden ein weiteres Mal drastisch ab, denn er darf noch nicht mal eine halbe Minute nach Hinunterbeamen überleben.
Kirk und Spock bleiben in dieser Folge ziemich farblos und tragen eigentlich erstaunlich wenig zur Handlung bei. Sie kämpfen und flüchten und können letztlich mit heiler Haut auf die Enterprise zurückkehren. Neue Seiten entdeckt man dabei an den Charakteren nicht.
Man erfährt ein wenig über McCoys Vergangenheit. Bevor er auf die Enterprise versetzt wurde, war er offenbar ein paar Monate auf dem Planeten Capella IV stationiert und ist deswegen jetzt ein Experte für die Capellaner. Originell sind McCoys Probleme mit seiner störrischen Patienten Eleen. Seine unorthodoxen Behandlungsmethoden sorgen dann auch für einige gelungene Gags und Lacher beim Zuschauer.
Ein Lichtblick sind dieses Mal die Nebencharaktere Scotty, Sulu, Chekov und Uhura. Sie dürfen hier auf der Enterprise einmal völlig ohne Kirk, Spock und McCoy eine gute Figur machen und sich mit einigen Klingonen herumschlagen.
Nach "Kampf um Organia" tauchen hier die Klingonen zum zweiten Mal in der Originalserie auf. Der Friedensvertrag, der in dieser Folge geschlossen wurde, wird wieder erwähnt. Die Klingonen selbst haben aber ihre Faszination verloren. Sie bleiben in dieser Folge ebenfalls farblos und sind lediglich die Bösewichter vom Dienst. Jedenfalls war Kor in "Kampf um Organia" um Welten interessanter als der enttäuschende Kras.
Die Effekte sind mäßig. Erfreulicherweise wurde wieder in freier Natur gedreht. Dafür macht das Klingonenschiff, welches man als großes gelbes Etwas präsentiert bekommt, einen eher mittelmäßigen Eindruck.
Beim ersten Logbucheintrag sagt Kirk, Capella IV verfüge über große Mengen eines seltenen Minerals, das für die Lebenserhaltungssysteme der Kolonien wichtig sei. Was ist eigentlich mit der Föderation los? Warum unterhält man Kolonien auf Planeten, die von seltenen Mineralien abhängig sind? In "Horta rettet ihre Kinder" haben wir erfahren, daß viele Kolonien Pergium benötigen, um Reaktoren zu betreiben - nun erfahren wir, daß sie auch Topalin für ihre Lebenserhaltungssysteme brauchen.
Nachdem der neue Führer an der Macht ist, läßt er Eleen zur Exekution bringen. Kirk haut sie natürlich heraus. Dies macht Eleen wütend. Sie verlangt, Kirk müsse sterben, weil er sie berührt hat. Auch der Anführer scheint der Meinung zu sein, daß Kirk den Tod verdient hat. Kurz darauf halten sich Kirk, Spock, McCoy und Eleen in einer Hütte auf. Was ist aus Kirks angekündigtem Tod geworden? Der Dialog erwähnt mit keinem Wort eine Verschiebung der Exekution, oder daß man vorhat, ihn irgendwann umzubringen.
Logik und Voraussetzungen:
Gilt der Friedensvertrag von Organia nicht mehr (siehe "Kampf um Organia")? Warum sagt McCoy, die Klingonen seien ihre eingeschworenen Feinde?
Geräte und Ausrüstung:
Während der Lagebesprechung zu Beginn der Episode beschreibt McCoy eine capellanische Waffe, die die Krieger wie Frisbeescheiben werfen. Er führt einen Film vor, in dem ein Capellaner eben dies tut und dabei einen recht großen Jungbaum fälit. Eine genauere Betrachtung enthüllt jedoch, daß die Waffe den Baum völlig verfehlt und in der Nähe in einem Gebüsch landet! Trotzdem geht der Baum irgendwie aus dem Leim. (Das ist vermutlich irgendein Trick. Vielleicht haben die Capellaner den Film selbst gedreht, um den Eindruck zu erwecken, sie seien harte Burschen. Tja, eine gute Werbeabteilung muß man haben.)
Als Kirk und Spock keine Phaser mehr haben, basteln sie sich einfache Bogen und Pfeile, um gegen die Capellaner zu kämpfen. Tut mir leid, aber es nicht besonders glaubwürdig, daß ihre schlabbrigen Bogen und krummen Pfeile irgend etwas treffen könnten - geschweige denn jemanden töten, wie sie es später in dieser Folge tun.
Der kleine Betrachter, der aus Sulus Konsole fluppt, als er die Gefechtsstationen anruft, ist nicht besonders schnell. Man kann nur hoffen, daß feindliche Schiffe dies bedenken und langsam angreifen.
Probleme mit Kontinuität und Produktion:
Während des Kampfes um die Führerschaft rauft ein Capellaner mit dem momentanen Anführer. Letzterer tritt zurück und erdolcht den Angreifer. Im gleichen Augenblick trägt der Bursche völlig andere Kleider. Am deutlichsten: sein weißer Schal ist plötzlich rot.
Gleich nachdem Kirk Eleens Exekution unterbricht, kommt es zu einem komischen Schnitt: Er schlägt einen Capellaner, der zu Boden geht. Eine Sekunde später schiebt der Typ Kirk mit dem Bein zurück.
Eleens Neugeborenes scheint Totenstarre zu haben. Als McCoy Spock das Kind reicht, legt der Vulkanier eine Hand unter den Rücken des Jungen, und die andere unter seine Beine. Das Bündel bleibt in Form. Jeder, der je einen Säugling gehalten hat, weiß doch, daß man eine Hand unter seinen Kopf legen muß, damit er nicht nach unten wegsackt.
Als die Enterprise zum ersten Mal von rechts nach links am Zuschauer vorbeifliegt, ist die Aufschrift ›NCC-1701‹ in Spiegelschrift zu lesen.
Kirk trifft Kras mit seinem krummen Pfeil angeblich ins Bein, aber als die Kamera eine Halbtotale zeigt, verschwindet er.